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Schnarchen – wenn Rasseln,
Pfeifen und Knattern
den Schlaf stören

Gesundheitsblog Mai 2018

Schnarchen – wenn Rasseln, Pfeifen und Knattern den Schlaf stören

Von leichtem Pfeifen über Rasseln und Knattern bis hin zum lautstarken Absägen ganzer Wälder – in vielen Schlafzimmern geht es nachts mal mehr und mal weniger geräuschvoll zu. Die Lautstärke variiert dabei so stark, wie die Bezeichnungen für das Schnarchen: In besonders schweren Fällen erreicht sie einen Pegel, der dem eines vorbeifahrenden LKWs entspricht. Bis auf den einen oder anderen Stoß in die Rippen ist das für die Betroffenen meist weniger ein Problem als für ihre Schlafnachbarn. Allerdings kann starkes Schnarchen auch ernsthafte gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Ursachen für Schnarchen
Schnarchen hat verschiedene Ursachen. Häufig liegt es an einem übermäßigen Erschlaffen der Muskeln im Mund und Rachenbereich während des Schlafens. Speziell in der Rückenlage können in diesem entspannten Zustand Gaumenbögen, Zäpfchen, oder Zungengrund in den Rachenraum hineinrutschen und so die Luftwege verengen. Die Atemluft muss sich in diesem Zustand an den Hindernissen vorbeidrängen, wodurch die erschlafften Muskeln in Schwingungen versetzt werden und das Schnarchgeräusch entsteht.
Aber auch Rachenmandeln, vergrößerte Nasenmuscheln, eine krumme Nasenscheidewand oder Polypen können schuld am Schnarchen sein. Zudem werden Übergewicht, Alkohol und Schlaftabletten als weitere mögliche Gründe genannt.
Vorübergehendes Schnarchen kann zudem bei verstopften Atemwegen auf Grund von Erkältung, Allergien oder einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten.

Risiko Schlafapnoe
Schnarchen ist in der Regel nicht gesundheitsschädigend. Kritisch wird es erst, wenn eine vollständige Blockierung der Atemwege zu wiederholtem Atemstillstand führt. Man spricht dann von einer obstruktiven Schlafapnoe: starkes Schnarchen, das mit häufigen Atemaussetzern verbunden ist, die bis zu 30 Sekunden oder in Extremfällen sogar minutenlang anhalten können. Schlafapnoe ist sehr gefährlich und sollte dringend fachärztlich – idealer Weise in einem Schlaflabor – untersucht und behandelt werden. Von der obstruktiven unterscheidet man die zentrale Schlafapnoe, deren Ursache in einem Aussetzen der Atemmuskulatur liegt.

Bei beiden Formen führen die wiederkehrenden Atemstillstände zu einem Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut und damit zu einer ungenügenden Versorgung des Gehirns und der Organe. Dies versetzt den Körper in Alarmzustand, er reagiert mit einer Weckreaktion, die den Atemstillstand beendet. Die wiedereinsetzende Atmung wird häufig von besonders lautem Schnarchen begleitet.
Der Sauerstoffmangel während des Schlafs kann auf Dauer ernsthafte organische Schäden nach sich ziehen, besonders gefährdet sind Herz und Gehirn. Bleibt das Syndrom unbehandelt, können unter anderem Schlaganfall und Herzinfarkt die Folgen sein.

Schlafapnoe erkennen
Tückisch an der Schlafapnoe ist, dass der Betroffene die nächtlichen Atemstillstände in der Regel gar nicht bemerkt. Sollte der Verdacht bestehen oder der Partner starkes Schnarchen, unregelmäßiges Atmen bzw. sogar Atempausen feststellen, sollte dringend ein HNO-Arzt konsultiert werden.
Gleiches gilt, wenn die folgenden Symptome über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, die aufgrund des gestörten Schlafs und mangelnder Erholung in der Nacht auftreten können: starke Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und nachlassende Gedächtnisleistung bis hin zu Sekundenschlaf. Zudem berichten Betroffene von gestörter Libido oder Potenz. Typisch sind darüber hinaus morgendliche Kopfschmerzen.

Tipps & Tricks gegen das Schnarchen

Sie können sich selbst helfen, indem Sie möglichst auf Alkohol, Schlaf- oder Beruhigungsmittel verzichten. Sie begünstigen ein Erschlaffen der Muskulatur im Mund- und Rachenbereich und damit auch Schnarchen. Versuchen Sie außerdem Gewicht zu reduzieren, falls Sie übergewichtig sind. Fettpolster im Hals- und Rachenbereich können die Atemwege behindern.

Es gibt darüber hinaus verschiedene mechanische Hilfsmittel, zum Beispiel Kieferschienen. Sie haben den Effekt, dass der Unterkiefer vorne gehalten wird und dadurch weiches Gewebe und die Muskeln im Mund- und Rachenbereich gestrafft werden. So wird verhindert, dass Zunge, Gaumenbögen und Zäpfchen nach hinten rutschen, und die Atemwege bleiben frei.

Hilfestellung bei Schnarchen aber auch bei Schlafapnoe können Schlafmasken leisten, die wahlweise nur über die Nase oder Mund und Nase gezogen werden. Dabei wird Raumluft mit leichtem Überdruck zugeführt. Die Muskulatur in Mund und Rachenraum ist durch diesen Druck leicht angespannt, wodurch die Atemwege frei bleiben.

Sollten alle Therapieoptionen fehlschlagen, kann auch ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden.