Unser Gesundheitsblog

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Reisekrankheiten –

Gesund durch den Urlaub

Gesundheitsblog Juni 2018

Reisekrankheiten – Gesund durch den Urlaub

Urlaubszeit ist Reisezeit und für die meisten auch die liebste Zeit des Jahres. Oftmals wird weit im Voraus geplant und der lang ersehnten Pause vom Alltag mit viel Vorfreude entgegengefiebert. Umso größer ist der Ärger, wenn Sie im Urlaub erkranken, denn das schmeißt häufig die ganze Planung über den Haufen. Eine gut sortierte und dem Anlass entsprechende Reiseapotheke ist dann Gold wert. Lesen Sie hier, welche Medikamente Sie auf jeden Fall im Gepäck haben sollten.

Vor welchen Krankheiten Sie sich wappnen sollten und was Sie im akuten Fall tun können, erfahren Sie in der folgenden Übersicht.

Typische Reisekrankheiten von A-Z

Blasenentzündung – kann auch bei warmen Temperaturen auftreten. Das Problem ist, dass wir nach dem Baden nur selten die Kleidung wechseln und sich die Bakterien im feucht-warmen Klima besonders wohl fühlen. Nasse Badekleidung bietet somit einen ausgezeichneten Lebensraum. Hinzu kommt, dass die Haut unter der nassen Kleidung trotz der Hitze auskühlt, wodurch das Immunsystem geschwächt wird. Bakterien können dadurch leichter in den Körper eindringen.

Anzeichen für eine Blasenentzündung sind verstärkter Harndrang und ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen. Doch auch wenn das Wasserlassen unangenehm ist, sollten Sie besonders bei einer Blasenentzündung vermehrt trinken. Empfehlenswert sind in diesem Fall Blasen- und Nierentees, um die Keime aus dem Körper zu spülen. Ist die Blasenentzündung nach einigen Tagen nicht besser geworden, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Durchfall – tritt besonders dann auf, wenn die Speisen am Urlaubsort stark von Ihren Essgewohnheiten zu Hause abweichen, z.B. stark gewürzt sind. Ein weiterer, häufiger Grund ist verunreinigtes Leitungswasser (in besonders exotischen Ländern reicht hier schon das Leitungswasser, das Sie zum Zähneputzen benötigen). Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Sie keine Getränke mit Eiswürfeln trinken, kein Leitungswasser beim Duschen schlucken und Ihre Zähne mit Trinkwasser putzen.

Je nach Reiseziel empfiehlt es sich daher immer ein Mittel gegen Durchfall bei sich zu haben. Kommen Sie zur Beratung gerne zu uns in die Apotheke. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl des richtigen Medikaments.

Feuerqualle – ist der allgemein verwendete Name für die Gelbhaar- oder Nesselqualle. In unseren Gefilden können wir sie in der Nordsee, Ostsee und im Mittelmeer antreffen. Zwar ist der Kontakt mit den langen Tentakeln (Fangarmen) unangenehm, in der Regel aber nicht gefährlich. Gemein ist jedoch, dass es einen meist unerwartet trifft. Die Tentakel können bis zu 15 Mal länger werden, als der Durchmesser der Qualle. Wenn man beim Schwimmen eine Feuerqualle sieht, ist es daher in der Regel schon zu spät. Wichtig ist dann Ruhe zu bewahren, um nicht mit unnötig vielen Tentakeln in Berührung zu kommen.

Jeder Tentakel ist mit tausenden, winzigen Nesselzellen ausgestattet, in denen sich wiederum je ein Nesselschlauch befindet. Berührt man einen Tentakel, platzt die Nesselzelle auf, der Nesselschlauch bohrt sich in sein Opfer und setzt gleichzeitig Gift ab. Dieses Gift ist es, das das unangenehme Brennen auslöst. Gedacht ist es dafür, kleine Beutetiere zu betäuben. Dass man mit den Tentakeln einer Feuerqualle in Berührung gekommen ist, merkt man an dem unangenehmen Brennen und Jucken der betroffenen Stelle. Auch kann es zu Rötungen kommen oder der Hautabschnitt anschwellen.

Wichtig nach dem Kontakt mit einer Feuerqualle ist es, haften gebliebene Tentakeln von der Haut zu entfernen. Suchen Sie im Zweifelsfall unbedingt einen Arzt auf!

Fußpilz – diese ansteckende Hautkrankheit verbreitet sich via direkter oder indirekter Kontakt- oder Schmierinfektion, also durch Berührung eines infizierten Lebewesens oder Gegenstandes. Da schon der indirekte Kontakt mit dem Erreger über einen Gegenstand für eine Ansteckung ausreichen kann, sind Orte, an denen viele Menschen barfuß gehen (z.B. Schwimmbad, Hotelzimmer, etc.), besonders gefährlich. Vorbeugen kann man, indem man sich an solchen Orten z.B. durch Badelatschen vor einer Infektion schützt. Zudem sollte man seine Füße nach dem Duschen besonders gut abtrocknen – auch zwischen den Zehen, denn hier verstecken sich die Erreger besonders gern.

Anzeichen für Fußpilz sind juckende, manchmal auch brennende Füße, Schuppenbildung und fleckenweise auftretende Rötungen oder auch Blasen. Treten diese Symptome auf, sollten Sie sich Rat vom Arzt oder in der Apotheke suchen.

Mallorca Akne – Dabei handelt es sich um einen Ausschlag der aus dem Zusammenwirken intensiver Sonneneinstrahlung und fetthaltigem Sonnenschutz oder hauteigenem Talg resultieren kann. Durch die Sonnenstrahlen können sich aggressive sauerstoffhaltige Moleküle (freie Radikale) im Gewebe bilden, die die Zellen schädigen und zusammen mit dem Sonnenschutz oder dem Fett aus den Talgdrüsen reagieren. Auf Grund dieser Reaktion bilden sich wiederum Reizstoffe, die das Immunsystem aktiv werden lassen und zu einer Entzündungsreaktion (Akne) führen.

Klassische Symptome sind dabei so genannten Papeln, unter der Haut liegende (ca. Stecknadelkopf große) Knoten mit schmalem rötlichen Rand und Pusteln. Die Symptome können dabei schon während des Kontakts mit der Sonne auftreten, aber auch im Nachhinein.

Reiseübelkeit

Reiseübelkeit

Reiseübelkeit entsteht, wenn das Auge und der Gleichgewichtssinn widersprüchliche Signale an das Gehirn senden. Dies tritt besonders häufig bei Reisen mit dem Bus, Auto, Bahn, Flugzeug oder Schiff auf.

Bei Schiffsreisen hilft es, an die frische Luft zu gehen und sich auf einen Punkt am Horizont zu konzentrieren. Dabei sollten Sie sich möglichst mit den Bewegungen des Schiffes mitbewegen und nicht dagegen an arbeiten. Tipp: Mittschiffs (in der Mitte des Schiffes) ist die Bewegung am geringsten zu spüren.

Bei den anderen genannten Reisearten kann es helfen Nebenbeschäftigungen wie Lesen, Computerspielen etc. lieber zu lassen, die Augen zu schließen und möglichst tief und gleichmäßig zu atmen. Auch den Blick aus dem Seitenfenster sollten Sie vermeiden. Regelmäßige Pausen mit kurzen Spaziergängen und einer kleinen Mahlzeit sind hilfreich, um die Reiseübelkeit gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Tipp: Vergessen Sie nicht, ausreichend zu trinken (am besten Tee oder Wasser) und etwas Leichtes zu essen, da ein zu voller oder ganz leerer Magen die Symptome verstärken können.

Schnitte – Am Strand barfuß durch den Sand zu laufen gehört für viele zum Urlaub, wie der Krimi zum Sonntagabend. Doch findet das Vergnügen ein schnelles Ende, wenn man dabei auf etwas Spitzes oder Scharfes wie eine Glasscherbe oder Muschel tritt und sich eine Schnittwunde zuzieht.

Ist das passiert, sollte die Wunde schnellstmöglich gründlich mit sauberem (Süß-)Wasser ausgespült und gereinigt werden. Anschließend empfiehlt es sich, mit einem wasserfesten Rundum-Pflaster dem Eindringen von Schmutz und Keimen vorzubeugen. Sollte die Wunde warm werden, optisch auffällig oder schmerzen, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Sonnenallergie – die im Allgemeinen als Sonnenallergie bezeichneten roten Flecken, die mit starkem Juckreiz und brennendem Schmerz einhergehen, sind keine Allergie im medizinischen Sinn. Tatsächlich handelt es sich um eine allergieähnliche Reaktion der Haut auf besonders intensives UV-Licht. Die Symptome können dabei bis zu 48 Stunden nach dem Kontakt mit der Sonne auftreten.

Als wirksame Behandlung wird häufig eine gute und intensive Vorsorge genannt, da es gegen den akuten starken Juckreiz kein direktes Medikament oder eine Salbe gibt. So sollte man die Haut bei Reisen in sonnenintensive Regionen langsam an die Sonne gewöhnen und sich möglichst viel im Schatten aufhalten. Zudem sollte man die Hautpartien (wie Hals, Dekolleté, Nacken etc.), die viel Sonnenkontakt haben, besonders gut mit einer Sonnencreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor eincremen.

Sonnenbrand – ist eine durch UV-Strahlung verursachte Verbrennung der Haut, die auch bei vermeintlich leichteren Verbrennungen auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. Der Verbrennungsgrad verläuft dabei von leichter bis hin zu extremer Rötung und Entwicklung von Brandblasen (Verbrennung 2. Grades!). Neben der Rötung der Haut sind auch Juckreiz und ein Brennen der betroffenen Stellen klassische Symptome. Die betroffenen Stellen sollten gut gekühlt und mit speziellen, nicht parfümierten Salben oder Cremes behandelt werden. Fragen Sie hierzu am besten einen Apotheker.

Unabhängig davon wie schwer die Verbrennung ist, sollte die betroffene Stelle auf keinen Fall weiteren Sonnenkontakt haben, bis die Verbrennung vollständig verheilt ist. Die Symptome haben nach ca. 24-36 Stunden ihren Höhepunkt erreicht und klingen dann langsam ab. Wirklich verheilt ist die Verbrennung jedoch erst nach 1-2 Wochen!

Sonnenstich – ist die Folge von zu intensiver und langer Sonneneinstrahlung auf den Kopf, Hals oder Nacken. Durch die ansteigende Wärme/Hitze im Gehirn weiten sich die Blutgefäße, was zu einer Anschwellung des Gehirns führen kann. Klassische Symptome sind ein geröteter Kopf und/oder Nackenbereich, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, manchmal auch Bewusstseinsstörungen oder Herzrasen. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Menschen mit wenig oder sehr dünnen Haaren und solche, die sich sehr viel im Freien aufhalten (z.B. Bauarbeiter). Das Tückische an einem Sonnenstich ist ein häufig verzögertes Einsetzen der Symptome, sodass die Gefahr besteht, den Punkt zu verpassen, rechtzeitig aus der Sonne zu gehen.

Mit einem Sonnenstich ist nicht zu spaßen! Schon bei dem Verdacht sollten Betroffene sofort aus der Sonne gehen. Erste Maßnahmen sind dann, den Kopf mit feuchten Tüchern zu kühlen und ausreichend Wasser zu trinken. Bei anhaltenden Bewusstseinsstörungen oder einsetzendem Herzrasen sollte ein Arzt aufgesucht, bei ausgeprägten Symptomen gegebenenfalls sogar der Notarzt gerufen werden.

Einem Sonnenstich lässt sich durch eine Kopfbedeckung wie z.B. einen Hut oder bei längerem Aufenthalt in der Sonne auch durch regelmäßige Kühlung mit feuchten Tüchern vorbeugen. Kühler Wind hingegen ist kein ausreichender Schutz, sondern im Gegenteil eher kontraproduktiv, da man mögliche Anzeichen noch später erkennt.

Thrombosegefahr – kann bei längerem Stillsitzen auftreten. So z.B. bei Langstreckenflügen, langen Auto-, Bus- oder Bahnfahrten.

Ein häufiger Fehler ist es bei langen Reisen weniger zu trinken, da man meist nicht jederzeit auf die Toilette gehen kann. Doch kann Flüssigkeitsmangel dazu führen, dass unser Blut eindickt. Zudem verlangsamt sich die Blutzirkulation durch Stillsitzen. In Summe können diese Faktoren dazu führen, dass sich kleine Gerinnsel, die so genannten Thromben, bilden und die Blutbahn verstopfen. Bedrohlich wird es, wenn dadurch lebenswichtige Gefäße wie z.B. Herz oder Lunge gar nicht mehr oder nicht ausreichend versorgt werden.

Hier hilft es, wenn Sie öfter einmal einen kleinen Spaziergang auf einem Rastplatz machen. Bei Bahn- oder Flugreisen sollten Sie ab und an aufstehen und im Gang hin und her gehen. Auch im Sitzen können Sie sich ‚bewegen‘. Heben Sie dazu einfach Ihre Beine ein Stückchen an und bewegen Sie Ihre Füße. Das Überschlagen der Beine ist hingegen nicht empfehlenswert.

Verstopfungen – die einen bekommen auf Reisen Durchfall, andere kämpfen mit Verstopfungen. Die Verstopfung definiert sich dabei über stark verzögerten bis hin zu ganz ausbleibenden Stuhlgang. Häufige Gründe für Verstopfung sind das (zu) ‚Faulsein‘ während des Urlaubs und zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Je nach Reiseziel können auch ungewohnte Speisen der Auslöser sein.

Wege, die Verstopfung zu bekämpfen, gibt es sehr unterschiedliche. Wir empfehlen hier, sich vorab von Ihrer Apotheke oder dem Hausarzt beraten zu lassen.

Zecken – abhängig vom Urlaubsort und der Urlaubsart (z.B. ob man plant Wandern zu gehen), sollte man sich darüber informieren, ob es in diesem Gebiet Zecken gibt. Ist das der Fall, sollte man sich zum Schutz entsprechend darauf einstellen.

Lesen Sie dazu gleich hier in unserem Blog den Beitrag über Zecken und wie Sie sich am besten vor ihnen schützen. Hier geht es zum Beitrag