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Gürtelrose –

Wenn ein Virus

zum zweiten Mal zuschlägt

Gesundheitsblog Juni 2019

Gürtelrose – Wenn ein Virus zum zweiten Mal zuschlägt

Juckende Bläschen und schmerzender, roter Hautausschlag an Rücken und Bauch – das sind die sicht- sowie spürbaren Anzeichen einer Gürtelrose. Die Viruserkrankung kann als Zweiterkrankung nach den Windpocken auftreten, denn sie wird vom gleichen Erreger verursacht: dem Varizella-Zoster-Virus aus der Gruppe der Herpes-Viren. Daher wird die Gürtelrose auch Herpes Zoster genannt. Wie es zum Ausbruch der Viruserkrankung kommt, welche Anzeichen eine Gürtelrose erkennen lassen und wie sie behandelt werden kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Keine Gürtelrose ohne Windpocken

Es können nur Menschen eine Gürtelrose entwickeln, die in der Vergangenheit (auch unbemerkt) Windpocken hatten. Das Virus verbleibt nach Abklingen dieser Krankheit im Körper, wandert entlang der Nervenbahnen, setzt sich an deren Knotenpunkten (meist in der Wirbelsäulengegend) fest und lauert dort ein Leben lang. Auch Jahrzehnte nach der ursprünglichen Windpockenerkrankung kann es reaktiviert werden – und äußert sich dann in Form einer Gürtelrose. Ursächlich ist vor allem ein geschwächtes Immunsystem zum Beispiel durch starken Stress, verschiedene Krankheiten oder zu intensive UV-Strahlung. Da unsere Immunabwehr mit zunehmendem Alter schlechter wird, haben vor allem Menschen ab etwa dem 50. Lebensjahr ein erhöhtes Risiko an Gürtelrose zu erkranken.

Ansteckung

Die Gefahr, sich mit dem Varizella-Zoster-Virus zu infizieren, geht vor allem von Windpocken-Patienten aus. Die Ansteckungsgefahr ist sehr groß, da die Viren unter anderem durch Tröpfcheninfektion übertragen werden: Wann immer ein Erkrankter hustet, niest oder einfach nur spricht, werden sie in der Luft verbreitet und erreichen so schnell die Atemwege ungeschützter Personen, die sich in der Nähe aufhalten. Hoch infektiös ist auch die Flüssigkeit der Bläschen auf der Haut der Betroffenen. Gelangen die darin befindlichen Viren zum Beispiel durch Kratzen an die Hände, können sie bei direktem Körperkontakt leicht weitergegeben werden – man spricht dann von einer Schmierinfektion. Von Gürtelrose-Patienten geht eine deutlich geringere Ansteckungsgefahr aus, da in diesem Fall eine Übertragung des Virus ausschließlich über eine Schmierinfektion erfolgen kann. Übrigens: Unabhängig von der Art der Ansteckung entwickeln Erstinfizierte auch im Erwachsenenalter keine Gürtelrose, sondern immer zuerst Windpocken.

Wie erkennen Sie, dass Sie unter Gürtelrose leiden?

Es ist zunächst gar nicht so leicht, die Infektion mit dem Virus zu erkennen. Denn erste Symptome einer Gürtelrose wie Müdigkeit, Schmerzen in den Gliedern und Unwohlsein sind Beschwerden, die Ihnen vielleicht bekannt vorkommen, wenn sich zum Beispiel eine Grippe ankündigt. Gesellen sich zu diesen eher allgemeinen Beschwerden aber brennende Schmerzen am Rumpf oder Brustkorb hinzu, kann das auf eine Gürtelrose hinweisen. Das typische und vor allem sichtbarste Symptom, das der Krankheit auch ihren Namen verleiht, ist ein schmerzhafter Hautausschlag, der sich meist von der Wirbelsäule wie ein Gürtel um den Körper herum, entlang des Rückens und des Bauches bis hin zur Brust, ausbreitet.

Die Haut ist in diesem Bereich gerötet und geschwollen, und es bilden sich kleine Knötchen die nah zusammen liegen. Diese Knötchen füllen sich im Verlauf der Krankheit mit einer blutigen oder wässrigen Flüssigkeit und können sogar so groß wie eine Erbse werden. Aber nicht nur die Körpermitte kann von dem Ausschlag betroffen sein: Befinden sich die Varizella-Viren in den Nervenknoten des Gehirns, kann sich die Gürtelrose auch über die Nervenbahnen im Gesicht ausbreiten. Hierbei kann es zu Entzündungen des Auges (speziell des Sehnerves) kommen, zum Beispiel in Form einer Bindehaut- oder Hornhautentzündung. Am Ohr kann die Virusinfektion darüber hinaus zu Störungen des Gehörs sowie des Gleichgewichtssinnes führen.

Die richtige Behandlung – je schneller, desto effektiver

Wenn Sie an Gürtelrose erkrankt sind, ist es wichtig, die Behandlung möglichst kurzfristig – idealer Weise innerhalb von 36 Stunden nach Auftreten der Hautveränderungen – zu beginnen, damit die Therapie so effektiv wie möglich anschlägt und Komplikationen verhindert werden können. Denn trotz guter Behandlungsmöglichkeiten kann es sein, dass beispielsweise eine bakterielle Infektion, Narbenbildung oder Empfindungsstörungen an den betroffenen Hautstellen auftreten. Aber keine Sorge, denn die unangenehmen Beschwerden sind mit Medikamenten gut behandelbar: Mit leichten Mitteln gegen die Schmerzen und Hautpflegemitteln, zum Beispiel Salben oder Tinkturen, lässt sich eine Gürtelrose gut in den Griff bekommen. So wird das Jucken gestillt und die Bläschen können austrocknen.

Zusätzlich kann Ihr behandender Arzt Ihnen antivirale Medikamente (Virostatika) verschreiben, die das Virus direkt bekämpfen, dessen Vermehrung hemmen und so die Gürtelrose ursächlich behandeln. Daneben sollten Sie zusätzlich darauf achten, Ihrem Körper ausreichend Ruhe und Erholung zu gönnen und auch Ihr nahes Umfeld vor einer Ansteckung zu schützen. Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände, Kleidung, Handtücher sowie Bettwäsche und kratzen Sie vor allem nicht an den betroffenen Hautstellen und stechen Sie die Bläschen keinesfalls auf – auch wenn sie jucken! Die gute Nachricht für Betroffene ist, dass eine Gürtelrose meist harmlos verläuft und sich innerhalb weniger Wochen zurückbildet und ausheilt. In manchen Fällen können sichtbare Spuren auf der Haut zu erkennen sein: Sie kann an den Stellen, die vom Ausschlag betroffen waren, etwas dunkler oder auch heller sein.

Gürtelrose durch Impfungen vorbeugen

Um sich vor einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus zu schützen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) standardmäßig, Kinder impfen zu lassen – vorzugsweise in zwei Schritten: Demnach sollte die erste Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Der Impfschutz beugt dem Ausbruch der typischen Kinderkrankheit und somit auch einer eventuell auftretenden Gürtelrose vor. Eine Impfung kann nach Empfehlung der STIKO zu jedem Zeitpunkt bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden und ist darüber hinaus auch für Risikogruppen wie zum Beispiel Frauen mit Kinderwunsch oder Schwangere, die noch nicht an Windpocken litten, sinnvoll. Grund ist, dass bei ihnen eine Infektion mit den Viren gefährlich werden kann, da das Ungeborene Entwicklungsstörungen davontragen kann.

Guter Tipp: Seit Mai 2018 gibt es einen neuen Impfstoff, der auch im höheren Alter das Risiko senkt, an Gürtelrose zu erkranken. Die STIKO empfiehlt diese Impfung für Personen ab 60 Jahren generell als Standardimpfung sowie für Personen ab 50 Jahren, wenn sie einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt sind, zum Beispiel, wenn sie ein stark geschwächtes Immunsystem haben.